Abschlußbericht: Einsatz in Kapnyeberai vom 18.10. - 9.11.2013

Einsatzleistende:

Steffi Schmitt-Langer Zahnärztin Tel.: 0751-21133
Carmen Luzens ZAH
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Schon nach unserem letzten Einsatz im Februar 2012 wussten wir : Wir kommen wieder!

So starteten wir zu meinem 3. Arbeitseinsatz für unsere Organisation "Dentists for Africa" am 18.10.2013 für drei Wochen nach Kenia. Diesmal begleitete mich meine langjährige Helferin Carmen, die in der Praxis zu Hause die gute Seele an der Rezeption und für die Abrechnung zuständig ist. Waldi organisierte fleißig vorab die Materialbestellung und kümmerte sich um Spenden der einzelnen Firmen. Unsere Patienten haben großes Interesse an den Einsätzen, spenden für die Organisation Zahngold, bringen Brillen und spenden in der Praxis für unsere Patenkinder. Dafür allen ein ganz herzliches Dankeschön.
So konnten wir wieder mit vollen Koffern auf Reisen gehen. Leider hatten wir unseren Flug sehr frühzeitig bei Quatar Airlines gebucht. Bis zur Abreise wurden die Bestimmungen für Zusatzgepäck geändert, und wir wussten bis zuletzt nicht, ob wir alles mitnehmen konnten. Unsere Anfrage wegen des Gepäcks wurde trotz mehrerer Schreiben abgelehnt, und 40 Dollar pro Kilo waren natürlich zu teuer.
Am Freitag, den 14.10. war dann endlich alles verstaut. Einen Koffer mit zwanzig Kilo Kindersachen hatten wir zusätzlich im Gepäck, und Waldi brachte uns nach München zum Flughafen. Wir hatten Glück - eine nette junge Angestellte an der der Gepäckannahme glaubte uns, und wir durften alles mitnehmen. Ich war glücklich, besser konnte die Reise nicht beginnen.

Kapnyeberai liegt in der Nähe von Eldoret im Hochland im Westen von Kenia. Die Station gibt es erst seit 1,5 Jahren, und sie wurde von unserer Sister Gracia ausgebaut, die wir schon von 2010 aus Kaplomboi kennen.
Sie und Ken, der Verantwortliche und Fahrer der Station, erwarteten uns am Samstagmorgen in Nairobi am Flughafen. Sie wollten uns unbedingt persönlich abholen, vielleicht auch wegen der damaligen Unruhen in der Stadt.
Die Wiedersehensfreude war riesig, und nach dem Verladen des Gepäcks ging es auf die Tagesreise zur Station. Unterwegs wurde Geld getauscht, für alle eingekauft (sowohl im Supermarkt wie Obst und Gemüse am Straßenrand bei den Händlern), und müde im übervollen Auto kamen wir nach 400 km in der Station an. Wir bezogen unsere Zimmer im Gästehaus und waren über den "Luxus" erstaunt. Hier gibt es mehr Wasser als in Kaplomboi, jeder hatte ein Waschbecken, es gibt ein Wasserklo und eine Dusche, die dann doch wieder zur Eimerdusche zwecks warmen Wassers wurde.

Der Sonntag begann mit dem Gottesdienst und einer Abschlussfeier für die Schüler der Primary-School, der wir mit den Sisters ca. 4 Stunden beiwohnten. Wir lernten das Personal in der Station und die dort lebenden Sisters kennen, besichtigten unseren Arbeitsplatz für die nächsten 3 Wochen und sichteten mit Ken das vorhandene Material.

Montag war Nationalfeiertag, und wir nutzten die Zeit zum Aufräumen und Sortieren der Praxis und verstauten die mitgebrachten Arbeitsmittel. Zwischendurch kamen Schmerzpatienten, so durften wir gleich Zähne ziehen.
Das Wiedersehen mit Sylvester , dem Geburtshelfer aus Kaplomboi, der jetzt die medizinische Betreuung der Bevölkerung hier übernommen hat, war herzlich.

Am Dienstag konnte endlich die Arbeit beginnen:
In der Nähe des Konvents gibt es einige Schulen, von denen die Kinder klassenweise mit ihren Lehrern zu uns zur Untersuchung kamen. Anschließend wurde gleich behandelt oder Termine dafür vereinbart. Sister Gracia hatte die Kinder wunderbar im Freien mit einem gossen Kunststoffgebiss in die Zahnpflege eingewiesen, es war eine Freude zuzuschauen, wie groß das Interesse der Kinder ist. Carmen und unser afrikanischer Assistent Ken belohnten sie mit Aufklebern, Tattoos oder Zahnbürsten.
Diesmal fuhren wir nur 3 Mobiles, zwei in Schulen und einen in ein entferntes Hospital. Dort waren Patienten einbestellt, sodass wir zu zweit (Ronald und ich) den ganzen Tag Zähne extrahiert und gereinigt haben (Scaling), wie üblich in einem Raum, die Patienten auf einem Holzstuhl und wir im Stehen mit Stirnlampe. Die Erwachsenen müssen für die Behandlung bezahlen, ca. 1,50€ für eine Extraktion, 3€ für Zahnsteinentfernung und 5€ für eine Füllung. Die Kinderbehandlung wird von unserer Organisation bezahlt.
2 Tage in der Woche arbeitet Ronald, ein gelernter Zahntechniker, als "Zahnarzt" in der Station und betreut die Dorfbevölkerung.
Unsere Zusammenarbeit war hervorragend. Es macht Spaß, mit Ronald und Ken zu arbeiten, beide sind sehr kompetent, geschickt und aufgeschlossen. Ken ist ein ausgezeichneter Assistent und wirklicher Gewinn für die Station. Er ist äußerst sachkundig und betreut die Geräte in der Station bestens. Alles funktioniert, vom Kompressor über die Turbine bis zum Röntgengerät. Es ist sauber und ordentlich, und Ken freut sich über kleine Neuerungen wie den Erwerb von Putzmitteln und Putzlappen und die mitgebrachten Materialien.
Carmen kontrollierte die Desinfektion und Sterilisation, die manchmal etwas zu schnell ging.

Ein Hinweis für die nächsten: es werden auch Wurzelbehandlungen angeboten, vielleicht sollte man dafür das Nötigste mitbringen. Wir haben mit den dort vorhandenen Sachen improvisiert und einem Mädchen so den oberen Einser gerettet.

Ansonsten war die Zeit im November nicht allzu geschickt für die Kinderbehandlung. Das Schuljahr endet im November, es sind Prüfungen und Abschlussfeiern. Die Kinder sind sehr beschäftigt, und die Zeit für Schuluntersuchungen ist begrenzt. Danach gehen die Kinder nach Hause in die Ferien.

So durften wir am Leben der Dorfbevölkerung, den Schulfeiern und am Leben im Konvent teilhaben.
Wir haben wieder Sister Gracias unermüdliche Hilfe und Organisation bewundert. Die Frauen aus dem Dorf brachten Essen für die Sisters, es gab ein riesiges Fest mit Gesang und Tanz bei der Übergabe der Lebensmittel. Im Konvent leben einige Kinder, dabei auch wieder Waisenkinder, die sonst keine Verwandten haben. Sister Gracia kümmert sich um Schule und Lebensunterhalt.

Mit zu den schönsten Erlebnissen gehört unser erstes Wochenende. Wir waren mit zwei kleinen Waisenmädchen, Ken und Sr. Gracia in Kisumu am Victoria-See und trafen dort unser Patenkind Prisca und ihre Cousine Lilian. Von den mitgebrachten Spendengeldern wurde nach einer vorher angefertigten Bedarfsliste für viele Kinder Schulkleidung eingekauft. Danach ging es in den Impala-Park und zum Schwimmen und Essen in ein Hotel mit Pool. Für die vier Kinder war dies sicher ein unvergesslicher Tag. Prisca und Lilian verbrachten das Wochenende mit uns in der Station und durften im Gästehaus schlafen. Ich hatte für beide Geschenke aus Deutschland dabei - Prisca ist inzwischen wie eine Tochter für mich.

Am 8.11. fuhren wir für einen Tag nach Nyabondo und besuchten die Kinder in ihrer Schule. Dort trafen wir auch andere Waisenkinder, die wir noch von 2010 kannten. Wir hatten für alle Essen dabei, und Prisca bekam ihre Schulbücher für Klasse 6 und neue Turnschuhe. Wir besichtigten die Schlafräume der Kinder und lernten ein Stück Schulalltag kennen - für deutsche Kinder ein unvorstellbar ärmliches Leben. Der Abschied von ihnen viel uns allen schon schwer.

In Nyabondo ist eine weitere Zahnstation unserer Organisation, der wir einen Besuch abstatteten.

Die drei Wochen vergingen wieder viel zu schnell. Wir haben alle Bewohner im Konvent liebgewonnen, Selina, die uns vorzüglich bekocht und versorgt hat, Beatrice mit ihrer kleinen Tochter Faith (Carmen hätte sie am liebsten mit nach Hause genommen), die Waisenkinder, die Sisters und Ken, unseren Assistenten, den wir zu Hause mit seiner Frau und seinen 3 Töchtern besuchen durften.
So hieß es am 9.11. von allen Abschied nehmen. Gracia und Ken brachten uns zum Flughafen, und es gab Abschiedstränen und das Versprechen wiederzukommen.

Den großen Erfolg unserer Reise verdanken wir auch allen Helfern und Sponsoren aus Deutschland, den Patienten, meinem Praxisteam, Dr. Rossbach, Dr. Lampert, der Gaststätte "Schinderhannes" und den Dentalfirmen. Allen ein herzliches DANKESCHÖN.